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Virtual Reality zur Softwareentwicklung

Der Einsatz von Virtual Reality ist aus der Architektur, dem Fahrzeug-, Maschinen- und Anlagenbau und auch aus der Medizin bekannt. Im Virtual Reality-Labor des Instituts für Wirtschaftsinformatik (IWi) der Universität Leipzig wird hingegen untersucht, wie Virtual Reality eingesetzt werden kann, um Software zu entwickeln und zu verstehen. Die Softwareentwicklung ist ein komplexer Prozess. Daran sind viele Personen in verschiedenen Rollen beteiligt. Es entsteht eine große Anzahl unterschiedlicher Artefakte (Dokumente und Modelle), die verwaltet und aufeinander abgestimmt werden müssen. Durch die Komplexität dieses Prozesses geht leicht die Übersicht verloren. Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass Software nicht gegenständlich, also weder sichtbar noch fassbar ist.

Forscher des IWi greifen diese Problematik auf und untersuchen den Einsatz der dritten Dimension zur Visualisierung von Aufbau, Ablauf und Evolution von Software. Für diesen Zweck geeignete dreidimensionale Modelle werden im Virtual Reality-Labor entwickelt und untersucht. Ein wichtiges Forschungsziel ist es, die betreffenden Modelle weitgehend automatisch zu erstellen, um den Aufwand möglichst gering zu halten. Für das Wahrnehmen und Verstehen einer Visualisierung ist entscheidend, dass ein Körper dargestellt wird. Ein Körper kann zudem animiert werden und ein Betrachter kann mit einem Körper interagieren, was an die bildliche Darstellung weitere Ansprüche stellt, aber auch neue Möglichkeiten eröffnet. Das Finden, Weiterentwickeln und Bewerten geeigneter körperlicher Metaphern für Softwareartefakte, die bildlich und räumlich adäquat dargestellt werden, ist somit ein weiteres Forschungsziel.

Im Rahmen von drei Dissertationen wird sich diesen Forschungszielen aus verschiedenen Richtungen angenähert. Herr Müller zielt mit seiner Arbeit auf die Optimierung des Softwareentwicklungsprozesses, indem Nutzenpotenziale der dreidimensionalen Softwarevisualisierung für spezifische Aufgaben dieses Prozesses identifiziert werden. Herr Schilbach erforscht die Möglichkeiten der Darstellung dynamischer Aspekte von Software, wie zum Beispiel das Laufzeitverhalten oder die Evolution. Herr Kovacs beschäftigt sich mit der Interaktion mit dreidimensionalen Visualisierungen.

Ergänzt werden diese Arbeiten durch eine Reihe von Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten:

  • C. Jobst: „ Alternative Steuerungen für das VR-Labor“ (abgeschlossen)
  • R. Wießner: „Klassifikation visualisierungsrelevanter Informationen aus Softwareartefakten und ihre Visualisierungsmöglichkeiten“ (abgeschlossen)
  • M. Mehlhorn: „Vergleich von zwei- und dreidimensionaler Softwarevisualisierung“ (abgeschlossen)
  • A. Gröschel: „Multimediale Präsentationen über virtuelle Realität“ (abgeschlossen)
  • A. Müller: „Dreidimensionale Darstellung von Klassen“ (abgeschlossen)
  • E. Kaspar: „Dreidimensionale Softwarevisualisierung im Browser“ (abgeschlossen)
  • M. Hanns: „Dreidimensionale Darstellung der Unterschiede zwischen Modellen verschiedener Versionen eines Software-Systems“ (in Bearbeitung)
  • E. Qinami: "Prototypische Implementierung einer Evaluationsumgebung für Softwarevisualisierungen" (in Bearbeitung)


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